"Wir haben die Berge gegen Windräder getauscht" oder "Unser Umzugsabenteuer von Rosenheim nach Ramlingen"

August:  Jetzt ist er da, der Monat vor dem sich Mama und Papa gefürchtet haben. Emma und mir geht es gut. Seit Emma zwei Zähne hat, kaut sie auf allem rum, was ihr in die Hände fällt und nur sehr wenige Sachen widerstehen ihren Zähnen. So sind auch diverse Zeitungen von mir von Emmas Zähnen gezeichnet, weil Emma Papier zu ihrer Lieblingsspeise auserkoren hat. Aber meine Emma darf das, meistens jedenfalls. Ansonsten liegt Emma noch auf dem Bauch und hat keine Lust zu robben, oder zu krabbeln. Mama sagt, das ich genauso faul war. Wenigstens ist mein Spielzeug so noch in Sicherheit, wenn ich es weit genug von Emma wegräume. Essen tut Emma jetzt aber fast alles. Brei, Brot, Wurst und Kekse, sogar Eiscreme durfte sie schon probieren. Emma ist richtig sauer geworden als ich sie ihr wieder weggenommen habe. Manchmal setzt Mama Emma auch schon hin. Emma findet das total klasse, aber ich muss dann immer ganz doll aufpassen, denn Emma fällt noch leicht um. 

Oma Renate ist noch bis zum 2. August geblieben, dann habe ich Oma wieder schweren Herzens zum Bahnhof gebracht. Aber ich hatte ja noch Annika und außerdem war für das Wochenende wieder eine weite Fahrt zu einer Hochzeit geplant. Ich hab inzwischen aufgehört zu zählen, die wievielte Hochzeit das dieses Jahr nun war. Jedenfalls musste ich schon 4.30 Uhr aufstehen und dann hat mich Mama gleich im Schlafanzug ins Auto gesetzt. Umgezogen haben mich Mama und Papa erst am Ziel. Da habe ich dann aber  wieder richtig schicke Sachen bekommen. Emma hatte auch ein ganz schickes Kleid an. Leider haben wir von dort keine Fotos, weil fotografieren nicht erwünscht war. Alles wieder streng geheim!!! Pssssst.......

Schon am nächsten Tag sind wir wieder nach Hause gefahren, aber Annika ist nicht wieder mit gekommen, weil sie nun wieder in die Schule gehen muss. So bin ich nun wieder mit Mama, Papa und Emma allein zu Hause.

Am 2.8. war Papa mit Annika in der neuen Allianz Arena zu einem Fußballspiel. Annika und Papa waren total begeistert.

Einfach neben meiner Emma auf dem Fußboden zu liegen macht Spaß!

Emma ist ganz schön kitzelig.

Manchmal borge ich mir auch Emmas Spielzeug und Emma darf  mal meins nehmen.

Ansonsten haben sich Mama und Papa diesen Monat ganz auf unseren Umzug vorbereitet. Mama hat noch mal alle Schrankinhalte sortiert und teilweise auch schon verpackt. Sogar aus meinem Schrank hat sie schon eine ganze Kiste verschwinden lassen. Dauernd kamen irgendwelche Umzugsfirmen, um unsere Wohnung zu besichtigen und zu schauen wie viele Kisten sie zum Umzug mitbringen müssen und wie groß der LKW sein muss. Außerdem war Mama ständig am Kuchenbacken, für die vielen Abschiedspartys.

Am 9. August haben wir von der Spielgruppe in Pang Abschied genommen. Da haben wir uns auf dem Spielplatz in Raubling getroffen. Das war wieder schön! Ich bin aber nicht der Einzige gewesen, der sich verabschiedet hat. Noch ein paar andere Kinder gehen ab September in den Kindergarten und nicht mehr in die Spielgruppe.

Gleich am nächsten Tag war unser "Pekip"-Treffen bei uns zu Hause. Da war wieder die Bude am Wackeln. Aber es war auch hier unser Abschiedstreffen. Zum Abschied haben uns die Jungs und Mädels das Buch "Woaßt du ibahapts, wia gern dass i di mog?" geschenkt. Das müssen Mama und Papa mir nun jeden Abend vorlesen, damit ich ein echter Bayer bleibe und wenn ich groß bin kann ich dann wieder nach Bayern ziehen und keiner merkt, das ich weg war. (Nur Mama tut sich beim Vorlesen etwas schwer....)

Der 11. August war Papas letzter Arbeitstag hier in Bayern. Ein bisschen traurig war er schon, aber auch ganz doll froh, das er nun drei Wochen Urlaub hatte.

Als Papa Urlaub hatte, wollte er es schaffen mich zu überreden meinen Stinker jetzt in mein Töpfchen zu machen. Papa hat sich viel Mühe gegeben und viel Zeit investiert, aber er hat es nicht geschafft.

Emma hat in meiner Schaukel den größten Spaß!

 

12.8. Unsere offizielle Abschiedsparty

Heidi mit Sarah

Spaß hatten wir natürlich auch

Auch Maxi war da

Zu späterer Stunde, ich war schon im Bett, sind dann alle reingegangen...

... und haben drin weitergefeiert.

Das war das Geschenk, von allen Beteiligten: Ein Foto in der Zeitung. Dem Original werden wir in unserer neuen Wohnung einen schönen Platz geben. Papa will sowieso ein weiß-blaues Zimmer einrichten.

 

17.8. - 19.8. Abschiedswanderung auf die Stie-Alm nach Lenggries

Eigentlich wollte Papa vor unserem Umzug noch mal einen richtigen Urlaub machen, aber er konnte Mama nicht überreden mitzukommen. Und so sind wir am 17.8. nachmittags 16.00 Uhr nach Lenggries aufgebrochen. Wir hatten vor, die letzte Gondel 17.00 Uhr auf das Brauneck zu erreichen. Papa hatte den Glauben, das wir das schaffen können schon fast aufgegeben, als wir 17.05 Uhr doch noch die Gondel erreicht haben und uns die netten Gondelbetreiber tatsächlich noch mitfahren lassen haben. Man war ich froh, sonst hätte ich 900 Höhenmeter zu Fuß laufen müssen.

Das Gondelfahren war toll und es war wohl für eine ganz lange Zeit das letzte Mal. Für Mama und Papa war es eine Abschieds-Revival-Tour, denn sie haben vor vier Jahren auf der Stie-Alm geheiratet. Damals war ich allerdings noch nicht dabei.

Zwei Nächte sind wir auf der Stie-Alm geblieben und haben in einem 8er Lager übernachtet. In genau dem gleichen Zimmer haben Mama und Papa damals mit der Band und dem Hund "Waschl" ihre Hochzeitsnacht verbracht.

Auch auf 1.800m mussten dringende Angelegenheiten sofort erledigt werden

Emma hatte es wieder gut, sie wurde die ganze Zeit getragen und hat auch noch ab und zu Papas Mütze gemopst.

Ich bin schon groß und bin ganz toll gewandert.

Lebt wohl schöne Berge, wir werden immer wieder kommen. Das haben wir Stefan und Vroni, den Wirtsleuten der Stie-Alm versprochen, aber ob wir jedes Mal einer mehr sein werden, das wissen wir noch nicht.

Schon ein Foto der Zukunft? Aber hier ist es nur meine Freundin von der Stie-Alm.

Emma hat es auf dem Lager gefallen, weil man da so schön hin und her rollen konnte

und auch ich fand es natürlich klasse!!!

Am zweiten Tag haben wir eine Tagestour gemacht, aber es war eine ganz gemütliche Wanderung, bei der wir die Stie-Alm fast nie aus den Augen verloren haben. Dafür haben wir jede Bank und jeden größeren Stein ausprobiert und alle Kühe, Schnecken und Käfer nach ihren Namen gefragt.

Die letzte Rast auf der Hin-Tour, danach wäre es auf einem ganz schmalen Grat weitergegangen, aber Mama war dagegen, Schade!

Am dritten Tag haben wir wieder die Heimreise angetreten. Mama und Papa haben mich überredet anstatt mit der Gondel zu fahren mit ihnen zu laufen. Ich habe mich breitschlagen lassen und - habe es bereut. Es war eine megasteile und steinige Tagestour, die wir bewältigen mussten. Aber ich war ganz, ganz tapfer (das haben Mama und Papa gesagt) und so sind wir am späten Nachmittag doch noch am Parkplatz angekommen. Als wir unten waren, habe ich aber zu Mama und Papa gesagt, das ich nie wieder laufe, wenn ich das nächste Mal eine Gondel sehe. So!!!

Von weitem sieht es aus wie ein echter Gamsbock, aber es war nur eine Steinskulptur.

Ganz viele "Luftspringer" haben wir auch gesehen und einer ist sogar in den Bäumen hängen geblieben.

Am 21.8. haben wir auf dem Bahnhof schon wieder Oma Renate abgeholt. Diesmal ist Oma gekommen, um Emma und mich während unseres Umzuges zu betreuen. Am selben Tag sind auch noch Heidi, Sigi und Jonas zu Besuch gekommen. Überhaupt bekommen wir in letzter Zeit viel Besuch, weil sich alle noch von uns verabschieden wollen. Alle Leute staunen immer, das es in unserer Wohnung überhaupt noch nicht nach Umzug aussieht, aber Papa hat gesagt, das machen alles die Männer vom Umzugsunternehmen.

Auch Emmas Laufstall steht noch und wenn Emma ganz müde ist, schläft sie auch schon mal darin ein.

Papa macht mich schick für die neue Heimat. Dieses Mal hat es aber ganz schön gepiekst und Oma musste mich nachher gleich baden.

Am 22.8. hat Mama einen großen Koffer für Emma und mich gepackt und hat uns zusammen mit Oma zu Fr. Särve gebracht. An dem Abend haben Mama und Papa selbst noch ganz viel Kleinkram zusammengepackt und dann sind sie auch zu Fr. Särve zum Schlafen gekommen.

Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, waren Mama und Papa schon nicht mehr da. Sie sind schon ganz früh zur Wohnung gefahren, um den großen LKW zu empfangen, der an diesem Tag all unsere Sachen abgeholt hat. 

Eigentlich wollten die Möbelpacker spätestens 13.00 Uhr fertig sein, aber als wir gegen 15.00 Uhr bei Fr. Käser zum Kaffee vorbeigekommen sind, standen die Wohnzimmermöbel immer noch. Dafür war der LKW schon fast voll und alle schauten irgendwie ziemlich gestresst aus. Mamas leise Vorahnung, die Stunden vorher noch mit den Worten "Sie haben ja keine Ahnung was in so einen LKW alles reinpasst" abgetan wurde, wurde Wirklichkeit. 

Doch welch ein Wunder, um 17.15 Uhr gingen die Klappen zu, nur mit Mühe zwar, aber alles war verstaut, bis auf Mamas Fahrrad, das hatte wirklich keinen Millimeter Platz mehr.

Papa musste anschließend gleich zum Bahnhof gebracht werden, denn einer musste am nächsten Tag den LKW an unserer neuen Wohnung in Empfang nehmen. 

Emma, ich, Oma und Fr. Särve sind wieder zu Fr. Särves Haus gefahren und Mama hat noch die Wohnung geputzt und dann musste sie natürlich noch einmal kurz zu Heidis Geburtstagsparty fahren, um sich endgültig endgültig von allen zu verabschieden.

23.8. Unser Abenteuer Umzug

Auch am nächsten Morgen war Mama schon weg, als ich aufgewacht bin, weil sie noch einen Rest zu putzen hatte. Aber zum Frühstück war Mama wieder da und hat sogar frische Bäckersemmeln mitgebracht, so das wir noch schön zusammen frühstücken konnten. Dann haben wir uns von Fr. Särve verabschiedet und sind 9.30 Uhr ein letztes Mal in die Riesenkopfstraße gefahren. Dort haben wir noch allen Nachbarn "Pfüeti" gesagt und sind 11.10 Uhr endgültig abgefahren. Vor uns lag eine lange Fahrt und Mama, die so eine weite Strecke noch nie allein gefahren ist, hatte ganz schön Bammel. Aber wir hatten ja Oma als Beifahrer dabei. So verging die Zeit recht schnell und Mama ist nur einmal ganz doll müde geworden, aber da waren wir auch schon in Kassel. Beinahe hätten wir dort noch Rudi getroffen, der uns entgegengekommen ist, aber leider war Mamas Müdigkeitseinbruch stärker und Emmas Geduld am Ende. So haben wir eine ganz lange Pause eingelegt, um dann 20.30 Uhr in unserer neuen Wohnung in Ramlingen anzukommen, wo Papa schon auf uns gewartet hat.

Die Spannung stieg als wir aus dem Auto ausgestiegen sind, denn auch Mama hatte die neue Wohnung noch nicht gesehen. Aber welch eine Überraschung, die neuen Wohnungen (es sind nämlich zwei) sind ganz toll. Das größte und schönste Zimmer haben Emma und ich bekommen. Es ist ganz groß, hat ein riesengroßes Fenster und einen großen Balkon. Leider darf ich nicht allein auf den Balkon. Mama sagt das das viel zu gefährlich wäre, weil wir jetzt im ersten Stockwerk wohnen. Tatsächlich habe ich mich mal über die Balkonbrüstung gelehnt, da geht es ganz schön tief runter und Mama hat einen Tobsuchtsanfall bekommen. Dabei wollte ich nur schauen, ob es Dirk war, der mit dem Trecker vorbeigefahren kam.

Der Rest vom August ist dann mit Kisten auspacken und Sachen einräumen drauf gegangen. Zum Glück war Oma die ganze Zeit noch da und so war es für mich nicht so langweilig. 

Leider musste Oma am 30.8. dann doch wieder nach Hause fahren, aber zum Glück sind meine Cousinen aus ihrem Urlaub wiedergekommen, so das wir gleich am Sonntag wieder einen Schlafgast hatten.

Wie wir uns hier eingelebt haben und einen ausführlichen Bericht vom Ramlinger Erntefest gibt es dann das nächste Mal von uns. Bis dahin seid ganz lieb gegrüßt von eurem Fritz und eurer Emma.

Das ist es, unser neues großes Kinderzimmer. Hier kann sogar Emmas Laufstall drin stehen und ich kann trotzdem noch meine Holzeisenbahn aufbauen.

 

Emma findet meine musikalischen Beiträge immer klasse und Oma natürlich auch!

 

Hier findet ihr wieder Witziges, aufgeschrieben von meiner Mama:

Oma bittet Fritz, das er kurz allein spielt, damit sie mir eine Kiste aus dem Keller holen kann. Darauf Fritz: "Ich geb dich der Mama, wenn die Fiene da ist."

Fritz auf die Frage, wann er denn wieder mal zu Oma und Opa in den Urlaub kommt: "Oma, wenn ich mit meinen Cousinen fertig bin, komme ich wieder zu dir."

Fritz geht bei Rot über die Straße. Als Papa ihn deswegen ausschimpft antwortet Fritz: "Aber Papa, Rot ist doch meine Lieblingsfarbe."

Mama und Emma sind Schlafmützen stellt Papa morgens fest, "und wir sind Wachmützen" ergänzt Fritz.

Da Fritz seinen Stinker immer noch heimlich in die Windel drückt, bin ich dazu übergegangen, ihn für jeden heimlichen Stinker eine von seinen Loks wegzunehmen. Eines Morgens kommt Fritz zu mir in die Küche und meint: "Hä Hä Mami, weißt du was: Jedes Mal, wenn ich meinen Stinker heimlich reindrücke, dann verstecke ich schnell meine Loks."

Auf der Hochzeit wird Fritz auf der Mädchentoilette gesichtet. Auf den Hinweis, das er auf die Jungentoilette gehen muss, antwortet Fritz: "Aber auf dem Mädchenklo ist es viel schöner!"

Am Telefon erzählt Fritz stolz der Oma: "Auf der Hochzeit habe ich mit meinen Cousinen getanzt. Zuerst haben wir die Johanne ausprobiert."

Nach dreistündiger Autobahnfahrt und Papas Aussage, das dies jetzt ungefähr die Hälfte gewesen ist, meint Fritz: "Lass uns eine Abkürzung nehmen, dann sind wir Ruck zuck da."